Story, Regie, Schnitt
Stefan Klumb übernimmt das Filmemachen selbst. Gemini und ChatGPT helfen ihm bei Dialogen, Szenenübergängen und detaillierten Bildbeschreibungen für die Video-Tools – liegen nach seiner Erfahrung aber oft daneben.

film.ki Werkporträt · Interview
Seit acht Jahren gilt Ex-Elitesoldat Captain Jack Vance als tot. Ein Zwischenfall auf dem Schrottplatz von Blackwater City droht seine Tarnung auffliegen zu lassen.
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01 / Das Projekt
Zum Schutz seiner Familie lebt Captain Jack Vance seit acht Jahren unter falschem Namen in Blackwater City und arbeitet auf einem Schrottplatz. Bei sich trägt er eine hochverschlüsselte Festplatte – für ihn der einzige mögliche Beweis für das Massaker an seinem Team. Als ein Zwischenfall seine Tarnung aufzufliegen droht, beginnt ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel.
The Deadzone: Folge 1 – Der Geist erwacht ist der 27-minütige Auftakt einer deutschsprachigen KI-Webserie von Stefan Klumb. Mindestens acht Folgen sind geplant. Im Gespräch erzählt Klumb, warum Jack Vance vor der Stadt da war, wo die Tools an ihre Grenzen stoßen – und warum hinter einem KI-Film für ihn trotzdem ein Mensch mit einer Vision steht.
02 / Entstehung
Stefan Klumb übernimmt das Filmemachen selbst. Gemini und ChatGPT helfen ihm bei Dialogen, Szenenübergängen und detaillierten Bildbeschreibungen für die Video-Tools – liegen nach seiner Erfahrung aber oft daneben.
Ausgangspunkt ist seine eigene Vorstellung, ergänzt durch Nano Banana Pro. Hauptwerkzeug für die Szenen ist Kling 3.0, für komplexe Kampfszenen Seedance 2.5.
Während Folge 1 meldete Dreamina fortlaufend Richtlinienverstöße bei realistischen Gesichtern. Klumb wechselte spontan zu Kling 3.0 und OpenArt.
Feste Kleidung, Erkennungsmerkmale und Modell-Sheets aus allen relevanten Blickwinkeln – für Figuren wie für Schauplätze.
Stimmen von ElevenLabs, mit eigenen Sprachprofilen für die Hauptfiguren. Musik mit Suno, Schnitt in CapCut.
03 / Material
Stefan Klumb hat film.ki Stills, Schauplätze und Figurenreferenzen aus The Deadzone zur Verfügung gestellt. Die Figurentafeln sind keine Filmszenen, sondern Arbeitsmaterial: Sie sollen Jack Vance und Detective Sarah Miller über viele Generierungen hinweg wiedererkennbar halten.




„Erst durch KI ist diese Vision nun
einigermaßen realisierbar geworden.“
04 / Gespräch
Im Gespräch mit film.ki erzählt Stefan Klumb von Jack Vance und Blackwater City, von Tool-Wechseln, Credits und Lippensynchronität – und von seiner Sicht auf KI-Film.
01 / Ausgangspunkt
The Deadzone war nicht direkt der lange ersehnte Filmtraum, sondern das Filmemachen an sich. Die Grundidee bedient eigentlich ein klassisches Szenario: Ein ehemaliger Elitesoldat begibt sich auf einen Rachefeldzug bzw. wird in ein Ereignis hineingezogen, das sein Leben grundlegend verändert.
Die Idee entstand ursprünglich aus der Enttäuschung darüber, dass Netflix großartige Serien wie The Punisher und Daredevil eingestellt hat. Mein Gedanke war damals schlichtweg: „Das kann ich auch!“ Allerdings wurden mir ohne entsprechende Mittel schnell die praktischen Grenzen aufgezeigt. Erst durch KI ist diese Vision nun einigermaßen realisierbar geworden, wobei ich es eigentlich noch etwas brutaler gestalten wollte.
Jack Vance war definitiv als Erstes da. Darauf aufbauend entstand die Serienhandlung, und erst während der Produktion der ersten Folge entwickelte sich Blackwater City – die Handlung musste schließlich an einem konkreten Ort verankert werden. Die Stadt musste für mich zwingend an der US-Westküste liegen, da dieser Standort im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine entscheidende Rolle spielt.
Die Geschichte ist in ihren Grundzügen samt Staffelfinale bereits fertig konzipiert. Bei Bedarf kann ich noch ein bis zwei Folgen einfügen, falls es erzählerisch sinnvoll erscheint. Die Charakterriege beschränkt sich im Wesentlichen auf die bereits eingeführten Figuren; in Folge 2 stoßen dann die restlichen Darsteller hinzu.

02 / Figur und Welt
The Deadzone ist eine düstere, hochbrisante Welt zwischen verdeckten Militäroperationen und gnadenloser technologischer Überwachung – ein Szenario, in dem es keine echten Zufluchtsorte mehr gibt. Auf der einen Seite steht der eiskalte Moloch von Blackwater City: eine anonyme Westküsten-Metropole aus Beton, Dauerregen und „digitalen Zombies“, in der der Einzelne im System untergeht. Auf der anderen Seite lauert die unbarmherzige Jagd durch militärische Algorithmen und korrupte Schattenorganisationen. Es ist eine Welt, in der Information die tödlichste Waffe ist.
An Jack fasziniert mich besonders sein innerer Kontrast. Er ist ein hochdekorierter Elitesoldat – ein lebendes Waffensystem, das auf harte, monotone Knochenarbeit heruntergebrochen wurde. Zu sehen, wie ein Mann mit seinen Fähigkeiten täglich auf der Schrottdeponie schuftet und schweigend den Frust im Bus erträgt, erzeugt eine enorme, unterdrückte Spannung.
Die hochverschlüsselte Festplatte in seinem Besitz ist Fluch und Waffe zugleich. Im Moment weiß er noch nicht, was sich darauf befindet. Sie ist – so seine Hoffnung – der einzige Beweis für das Massaker an seinem Team sowie das finstere Komplott von General Torne.
Er ist kein unnahbarer Actionheld, sondern ein zutiefst traumatisierter Überlebender. Seine Alpträume, das Trauma von Vostograd und der Verlust seines Teams zeigen seine Verwundbarkeit. Sobald sein Versteck auffliegt, schaltet Jack aber ohne Zögern vom gebrochenen Arbeiter zurück in den hochpräzisen Taktiker.
Jede gute Geschichte braucht ein solides Fundament. Jack ist seit acht Jahren untergetaucht und lebt in einem monotonen Trott. Mir war es wichtig, genau diese Trostlosigkeit zu zeigen: seine Arbeit, das ständige Beobachten seiner Familie aus der Ferne und die vergeblichen Versuche, eine entwendete Festplatte aus Vostograd zu entschlüsseln. Erst durch ein unvorhergesehenes Ereignis wird er aus dieser Isolation gerissen – und genau dort setzt die eigentliche Handlung ein.
Vor allem Serien wie The Punisher, Daredevil und Reacher haben mich maßgeblich inspiriert.
03 / Produktion
Im Grunde übernehme ich das gesamte Filmemachen selbst – von der Story über die Regie bis hin zum Schnitt. Gemini und ChatGPT unterstützen mich zwar dabei, man darf sich das aber keineswegs so vorstellen, dass die KI hier den kompletten Überblick hat. Oft liegt sie mit ihren Vorschlägen auch völlig daneben, sodass ich regelmäßig korrigierend eingreifen muss.
Ihre eigentliche Stärke liegt darin, lose Fäden zusammenzufügen, Dialoge so umzuschreiben, dass sie sich natürlicher anhören, und bei Denkblockaden Tipps für flüssige Szenenübergänge zu liefern. Zudem nutze ich die KIs intensiv für das Prompting der Video-Tools – insbesondere für detaillierte Bildbeschreibungen der Schauplätze und Locations.
Für die visuelle Gestaltung nutze ich in erster Linie meine eigene Vorstellungskraft und greife ergänzend auf Nano Banana Pro zurück. Als Hauptwerkzeug für die Szenengenerierung dient mir aktuell Kling 3.0, für komplexe Kampfszenen setze ich auf Seedance 2.5.
Die Stimmen stammen von ElevenLabs; die Hauptfiguren besitzen individuell entwickelte Sprachprofile, für Nebencharaktere kommen Standardstimmen zum Einsatz. Da Filme stark von ihrer Audioebene leben, erstelle ich die Musik mit Suno. Schon zu Beginn der Produktion ist mir dabei ein so passender Song für ein späteres, tragisches Ereignis gelungen, dass er mir bis heute nicht aus dem Kopf geht. Für den Schnitt nutze ich CapCut, weil es sehr einsteigerfreundlich ist.
Die Hauptcharaktere tragen in der Regel eine feste Kleidung sowie individuelle Erkennungsmerkmale – Jack ist beispielsweise häufig an seinen Jeans, seiner Softshelljacke und seiner Mütze zu erkennen, was die Wiedererkennung selbst bei leichten KI-Inkonsistenzen sichert. Zudem erstelle ich für jede Hauptfigur Modell-Sheets aus allen relevanten Blickwinkeln. Dasselbe Prinzip wende ich auf die Schauplätze an, die aus verschiedenen Perspektiven generiert werden, wobei das nicht immer einfach und zufriedenstellend ist.
Davon gab es sogar mehrere. Beim Konzepttrailer, der ebenfalls auf meinem YouTube-Kanal zu sehen ist, lief fast alles reibungslos. Doch ab einem gewissen Punkt in der ersten Folge meckerte die Plattform Dreamina kontinuierlich wegen angeblicher Richtlinienverstöße. Nach Recherchen stellte sich heraus, dass die Option für realistisch aussehende menschliche Gesichter kurzfristig deaktiviert worden war – denkbar ungünstig für einen realistischen Filmstil. Ich musste daher spontan das Tool wechseln und stieg auf Kling 3.0 sowie OpenArt um.
Generell stoßen KI-Tools bei dynamischen Handlungen immer noch an ihre Grenzen – etwa bei Stürzen oder unabsichtlichen Alltagsbewegungen. Jack sollte beispielsweise aus Ungeschicklichkeit seinen gefälschten Ausweis fallen lassen, um zu zeigen, dass er unter falscher Identität lebt. Das Tool wollte diese Bewegung einfach nicht korrekt umsetzen, was zu einigen amüsanten Bloopern führte.
Eine weitere Hürde war die deutsche Sprachfassung: Da die Lippenbewegungen bei der Generierung meist auf englischen Phrasen basieren, war die synchrone Anpassung an die längeren deutschen Satzstrukturen extrem aufwendig.
Nach den initialen Hürden kam der Prozess glücklicherweise gut in Fluss, und ich musste vergleichsweise wenige Szenen neu generieren. Eine Ausnahme bildete die Schlägerei in der Gasse: Hier sind extrem viele Credits verbraucht worden, da die Generierungstools bei komplexen physischen Interaktionen schlicht noch ihre Schwächen haben – oder ich in dem Moment schlicht an meine Grenzen des Promptings gestoßen bin.

04 / Fortsetzung
Das Feedback war durchweg positiv. Natürlich gibt es immer Stimmen, die das Thema KI-Film belächeln nach dem Motto: „Jetzt versucht er sich auch noch als Filmemacher.“ Besonders überrascht und gefreut hat mich jedoch, dass mich Arbeitskollegen und Freunde, allen voran meine Frau, gefragt haben, ob sie Gastauftritte haben könnten. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, sie als Charaktere in die Welt von The Deadzone zu integrieren.
In Folge 2 („Der Gejagte“) zieht sich die Schlinge um Jack weiter zu. Er muss all seine militärische Erfahrung nutzen, um in den dunklen Abgründen der Stadt unterzutauchen. Auf der Flucht wendet er sich an einen alten Weggefährten aus vergangenen Tagen, um Ressourcen zu beschaffen. Doch der Feind ist ihm dicht auf den Fersen – und die geheimnisvolle Festplatte in seinen Händen erweist sich als hochverschlüsselte Festung, die sich jedem Zugriff widersetzt.
Gleichzeitig setzt Detective Sarah Miller ihre akribischen Nachforschungen fort. Ihre Ermittlungen steuern unaufhaltsam auf eine Wahrheit zu, die die offizielle Version des Massakers von Vostograd endgültig ins Wanken bringt. Um dem Publikum mehr Hintergrund zur Handlung zu vermitteln, habe ich in dieser Episode deutlich mehr Dialoge eingebaut.
Durch den verstärkten Einsatz von Seedance 2.5 wirken vor allem die dynamischen Actionszenen spürbar flüssiger und choreografierter. Zudem stoßen zwei neue Hauptcharaktere hinzu, was sowohl das Ensembledesign als auch die Konsistenz der Figuren vor ganz neue Aufgaben gestellt hat. Allerdings lief auch hier längst nicht alles reibungslos – gerade der stärkere Fokus auf Dialoge sowie die veränderten Tools haben wieder ganz eigene technische Probleme mit sich gebracht, über die ich am Ende der Episode wieder ausführlich berichten werde.
Ein besonderes Highlight ist der neue Endsong: ein Bezug zu meiner eigenen Gothic-Vergangenheit, eigens für die Folge kreiert.
05 / Haltung
Ich gehe damit völlig offen um und habe keine Geheimnisse bezüglich meines Workflows. Jeder kann wissen, welche Tools ich benutze. Die Audioinhalte stammen größtenteils aus CapCut oder Suno. Da ich das Projekt nicht kommerziell betreibe, besitze ich bei Suno aktuell keine kommerziellen Verwertungsrechte. Sollte das Projekt überraschenderweise jemals Einnahmen generieren, würde ich die entsprechenden Lizenzen rückwirkend über ein kostenpflichtiges Abonnement – sofern das möglich ist – freischalten lassen.
In erster Linie möchte ich Jacks Geschichte zu Ende erzählen – und wer weiß schon, was danach kommt!
Ja, genau das Thema, das auch im Fokus eurer Plattform steht: Hinter durchdachten KI-Kreationen steht nach wie vor ein Mensch mit einer eigenen kreativen Vision. Das muss klar von reiner Massenware abgegrenzt werden. KI-Filme werden und dürfen das klassische Filmemachen keineswegs ersetzen, sondern früher oder später gleichberechtigt koexistieren. Die Technologie bietet Möglichkeiten, die früher unbezahlbar gewesen wären – und ich bin mir sicher, dass wir in einigen Jahren ganz selbstverständlich KI-unterstützte Filme im Kino sehen werden.
05 / Filmschaffender

Stefan Klumb entwickelt The Deadzone als KI-Webserie und übernimmt Story, Regie und Schnitt selbst.
Folge 1 „Der Geist erwacht“ und ein Konzepttrailer sind auf seinem YouTube-Kanal The Deadzone veröffentlicht. Folge 2 „Der Gejagte“ ist in Arbeit; geplant sind mindestens acht Folgen.
Hinweis: Das Interview wurde schriftlich geführt; die Antworten wurden gekürzt und sprachlich leicht geglättet. Film, Stills und Figurenreferenzen: KI-generiert, © Stefan Klumb, Verwendung mit Genehmigung. Angaben zu Werkzeugen und Nutzungsrechten beruhen auf seinen Aussagen und wurden von film.ki nicht unabhängig geprüft. Bei der Textbearbeitung kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz.
KI und Film im Fokus: Analysen, Filme und Einblicke in ihre Entstehung.